Die Chaos-WG Kapitel 1
Katze
icedragon1983
Kapitel 1

An einem schönen Sommernachmittag, kurz nach der Mittagszeit, lief ein 16-jähriger schwarzhaariger Wirbelwind durch das große Anwesen, das er sein Zuhause nannte. Er war auf der Suche nach seinem großen Bruder. "Seto. Wo bist du Onii-san?", schallte es durch die weitläufigen Räume.

Dieser saß in der Zwischenzeit in seinem Arbeitszimmer unten im Erdgeschoss. Da er es hasste, wenn fremde Menschen durch seine Villa liefen, hatte er es extra in der Nähe der Eingangstür eingerichtet. Denn auch wenn es selten vorkam, manchmal besuchten seine Geschäftspartner ihn eben auch zuhause.

Gut gelaunt stürmte Mokuba schließlich auch das Arbeitszimmer. "Hätt ich mir ja gleich denken können, dass du dich hier aufhältst... Du Seto, ich muss dir unbedingt etwas sagen...", platzte er gleich raus, kaum das er diesen entdeckt hatte.

Der junge Firmenchef schaute nur unwillig von seinem PC auf und wollte auch nicht lange gestört werden. Das machte sein Ton auch ganz deutlich klar, als er seinen kleinen Bruder antwortete. "Was ist denn Moki, was willst du diesmal? Ich arbeite."


Währenddessen stand ein hübscher blonder Junge vor der Eingangstür, neben sich hatte er sein ganzes Gepäck stehen. "Na das kann ja noch heiter werden...", murmelte er vor sich hin, bevor er auf die Klingel drückte.


"Ich muss dir etwas Wichtiges erzählen. Aber nicht sauer werden, Onii-san..." Während er das sagte, schaute Mokuba Seto lieb an. Er wusste genau, dass das, was er Seto erzählen wollte, nicht gut bei diesem ankommen würde. Doch bevor er weitersprechen konnte, wurde er von der Klingel unterbrochen.

"Warte kurz, ich mach eben die Tür auf." Kaum ausgesprochen setzte er es auch gleich in die Tat um und flitzte zur Haustür. Diese wurde natürlich gleich stürmisch aufgerissen und davor stand...

"Joey? Was machst du denn schon hier? Ich hab Seto noch gar nicht gesagt, dass ich euch alle eingeladen hab hier einzuziehen... Aber es ist praktisch, dass du schon hier bist... Dann kannst du mir helfen es ihm beizubringen... Komm rein... Beeil dich." Moki gab dem armen Joey gar keine Chance es sich noch mal anders zu überlegen, sondern zerrte ihn einfach herein.

Während er von Mokuba mitgezogen wurde, starrte er ihn ungläubig an. "Er weiß noch nichts davon???", konnte man ihn überrascht fragen hören. Der Gedanke dabei zu sein, wenn Seto erfuhr, dass der ´Kindergarten´, wie er sie nannte, bei ihm einziehen sollte, erfüllte ihn mit Unbehagen. Am liebsten wäre er gleich wieder umgedreht.

In diesem Moment klingelte es schon wieder. Augenblicklich ließ Moki Joeys Hand los und ging zurück zur Haustür. Diesmal stand ein Junge mit einer zweifarbigen Punkfrisur davor. "Hi Moki... Hast mich aber ganz schön lange warten lassen. So behandelt man aber keinen Pharao.", begrüßte dieser den Kleinen scherzend.

"Atemu... Noch jemand der mir helfen kann, es Seto beizubringen...", freute dieser sich und zerrte den ehemaligen Pharao gleich zu Joey.

Die beiden sahen sich an und man konnte deutlich sehen, dass beide das gleich befürchteten. Seto würde sie umbringen!!!

Auf Mokubas Befehl ließen sie ihr Gepäck in der Eingangshalle stehen und ließen sich dann von ihm in Setos Arbeitszimmer zerren. Dort saß Seto immer noch an seinem PC und war bereits wieder in seine Arbeit vertieft. Doch als die drei eintraten sah er sofort auf. Augenblicklich setzte er seinen eiskalten Blick auf und fragte die beiden Neuankömmlinge kalt: "Was wollt ihr hier?"

Während Joey nur stumm auf Mokuba zeigte antwortete Atemu mit einem fröhlichen "Hier einziehen".

"Nicht böse sein, Onii-san... Ich hab Joey, Atemu und die anderen eingeladen, hier einzuziehen... Du bist doch nicht böse, oder? Und du bist auch damit einverstanden, oder?", guckte Moki seinen großen Bruder mit glänzenden, bittenden Hundeaugen an.

//Das gibt Ärger...//, war alles was Joey dazu einfiel.

Und er sollte Recht haben. Seto sprang aufgebracht von seinem Stuhl auf. "Was hast du? Du kannst doch die Kindergartentruppe nicht einfach einladen hier zu wohnen. Seth reicht mir schon." Wie Joey und auch Atemu es befürchtet hatten regte Seto sich sogar mächtig auf.

//Ich wusste es...// "Ach komm schon, deine Hütte ist doch groß genug!", meinte Joey gelassen.

Mokuba flüchtete sich direkt hinter Joey. "Aber Onii-san... Nicht aufregen... Das wird doch superlustig... Und wir haben doch hier wirklich genug Platz... Bisher wohnen doch nur, Seth, Noah, du und ich hier..." Mit großen und ängstlichen Augen lugte er hinter Joey hervor zu Seto.

Dieser schaute zuerst wütend, aber der Blick seines geliebten Bruders ließ ihn sofort weich werden. Seufzend setzte er sich wieder hin. "Na gut, aber du passt auf, dass sie nichts anstellen. Hoffentlich bist du wenigstens stubenrein, Köter," setzte er dann noch mit einem Blick auf Joey hinzu.

Das konnte der Blondschopf nicht einfach auf sich sitzen lassen, aber weil er nicht gleich wieder rausgeschmissen werden wollte, nuschelte er nur ein "Reicher Sack...", während er Seto anfunkelte.

Voller Freude fiel Atemu Joey um den Hals. "Super. Wir haben´s geschafft."

Auch Mokuba freute sich riesig, rannte zu Seto hin und fiel diesem um den Hals. "Danke Onii-san. Du bist der beste große Bruder, den es auf der Welt gibt...", gab ihm ein Küsschen auf die Wange und zerrte die beiden anderen dann schnell aus dem Arbeitszimmer und in den ersten Stock, bevor Seto es sich noch mal anders überlegen konnte. "Kommt... Ich zeig euch schon mal eure Zimmer... Die anderen müssten ja auch bald kommen..."

//Was hab ich mir da nur wieder eingebrockt? Und woher hat Moki diesen Blick?// Schlecht gelaunt arbeitete Seto weiter.


Während Joey sich noch fragte, ob alles gut gehen würde, wenn sie hier einzogen, hampelte Atemu rum wie ein kleines Kind und stellte auch gleich Ansprüche. "Ich will ein großes Zimmer mit Bad und schöner Aussicht."

"Kriegst du... Kriegst du... Die Zimmer hier in der Villa sind alle riesig, aber total gemütlich... Sie haben alle ein eigenes Bad, nen begehbaren Kleiderschrank und nen Balkon mit wunderschöner Aussicht auf den Park...", schwärmte Mokuba den beiden vor, während er sie zu ihren Zimmer brachte, wohin ihr Gepäck auch schon gebracht worden war. Er war total aufgekratzt und ließ die anderen kaum zu Wort kommen. "So... Da wären wir... Ich hoffe es ist okay, dass eure Zimmer nebeneinander sind..."

Mittlerweile waren sie bei den Zimmern angekommen und während Joey beim Anblick seines Zimmers große Augen bekam, weil der Raum größer war als die gesamte Wohnung seines Vaters, war Atemu nicht sehr beeindruckt. "Nicht so groß wie meine Gemächer früher, aber größer als die Kammer bei Yugi.", meinte er trocken und ging zu Joey in dessen Zimmer. "Und gefällt dir dein neues Zimmer?"

Joeys Antwort bestand aus einem wilden Nicken. Er war so überwältigt, dass ihm die Worte fehlten.

Mokuba hatte Atemus Worte vorher gehört und fing gleich an zu schmollen. "Ach menno... Atemu... Du bist echt total verzogen... Kannst du nicht mal zufrieden sein?"

"Hab ich mich beschwert? Ist doch ein tolles Zimmer, naja, ein paar Diener wären nicht schlecht, aber dafür hab ich ja Seth."

"Seth? Diener? Ist nicht dein Ernst oder?", fragte Joey.

"Oh man... Atemu... Wir haben hier doch genug Angestellte... Und wieso sollte Seth dir dienen?" Mokuba schaute ihn verwundert an.

"Schon vergessen? Atemu war mal Pharao.", flüsterte Joey Mokuba zu, als würde das alles erklären und irgendwie tat es das ja auch. Ein Pharao brauchte nun mal seine Diener und durfte auch ruhig mal etwas arrogant sein.

Von Atemu kam nur ein selbstgefälliges Grinsen. "Na immerhin ist er mein Hohepriester und da muss er mich beschützen und mir jeden Wunsch erfüllen. Das ist echt praktisch."

"Aber wir sind doch nicht mehr im alten Ägypten..." Mokis Blick war noch immer verwundert. "Beschützen? Jeden Wunsch erfüllen? Praktisch?"

"Versteh einer einen Pharao..."

Der ehemalige Pharao nickte. "Klar. Er ist an seinem Schwur gebunden, den er mir gegeben hat, als ich ihn zu meinem Hohepriester ernannt habe. Echt voll praktisch, z.B. wenn ich früher keine Lust zum regieren hatte, hab ich einfach ihm alles aufgehalst." Total in seine Erinnerungen versunken, stand er lächelnd vor den beiden.

Mokuba hatte richtiges Mitleid mit dem armen Seth. "Boah... Atemu... Du bist fies... Der arme Seth..."

Nicht verstehend wie Mokuba das meint, fragte er einfach nach.

"Na, weil er dir immer noch dienen muss und du ihn damals voll ausgenutzt hast...", war die Antwort. In diesem Moment war die Klingel schon zum dritten Mal an diesem Tag zu hören. "Ich geh mal kurz aufmachen... Bin gleich wieder da...", und schon rannte er los.

Auch Joey verließ das Zimmer, er wollte sich etwas in der Villa umsehen. So blieb Atemu ganz allein im Zimmer zurück.

Setos Veränderung
Katze
icedragon1983
Seto Kaiba, ein großer, schlankgewachsener junger Mann mit braunen Haaren und eisblauen Augen die auf die meisten Menschen kalt und hart wirkten, saß wie jeden Abend in seinem Büro in der Kaiba Corp. Die Firma die er trotz seinen jungen Jahren, er war gerade mal 18 Jahre und drückte noch die Schulbank, schon leitete. Die Kaiba Corp war die führende Spielefirma auf der Welt. Seit Gozaburo Kaiba ihn und seinen kleinen Bruder Mokuba aus dem Waisenhaus geholt und adoptiert hatte war er darauf vorbereitet worden diese Firma eines Tages zu leiten.
Gozaburo hatte ihn hart gedrillt und ihn Tag und Nacht geschult um einen harten Geschäftsmann aus ihm zu machen und das war ihm auch so gut gelungen das Seto selbst in seiner Freizeit hart und kalt rüberkam. Nicht mal Zeit für seinen kleinen Moki hatte er damals gehabt. Und auch heutzutage hatte er wenig Zeit für seinen kleinen Bruder und bekam ihn selten zu sehen. Aber das wichtigste war doch das es ihnen heute gut ging und er seinem Bruder all das geben konnte was er sich als Kind so sehr gewünscht hatte.
Müde saß er an seinem Schreibtisch und arbeitete sich durch den großen Stapel an Verträgen und Aktenordnern die noch vor ihm lag. Normalerweise würde ein Firmenleiter sich nicht so um die Arbeit kümmern und sie lieber seinen Geschäftsführern auftragen um sie hinterher nur noch einmal zu kontrollieren was ja viel einfacher wäre. Aber seit seine früheren Geschäftsführer die sogenannten `Big Five´ ihn zusammen mit seinem ärgsten Kontrahenten Pegasus J. Crawford betrogen und versucht hatten ihn auszuschalten um selbst an die Leitung der KC zu kommen vertraute er anderen noch weniger als vorher schon. Lieber arbeitete er jeden Tag bis zum umfallen als noch einmal dieses Risiko einzugehen. Den damals hatten sie seinen kleinen Moki entführt und versucht ihn zu erpressen. Aber schließlich war alles noch einmal gutgegangen und er hatte nicht nur seinen Bruder wieder, sondern auch noch seine Firma behalten. Das alles war jetzt schon 2 Jahre her und seitdem arbeitete er größtenteils eben lieber alleine um niemanden mehr eine solche Chance zu geben sich seine KC, die er alleine aufgebaut hatte und die er von einer Rüstungsfirma zu einer Spielefirma gemacht hatte, unter den Nagel zu reißen.
Gereizt rieb er sich über die Augen und dachte nur genervt: //Muss dieser Scheiß immer so klein gedruckt sein? Da verdirbt man sich nur die Augen mit und Kopfschmerzen krieg ich auch schon...// Seufzend stand er auf und ging ins Vorzimmer um sich einen frischen Kaffee zu holen. Es war schon spätabends und seine Sekretärin hatte bereits seit einigen Stunden Feierabend, er war allein in der Firma wenn man den Wachdienst außen vor ließ.
Während er darauf wartete das sein Kaffee durchlief stellte er sich an den Schreibtisch seiner Sekretärin und durchblätterte seinen Terminkalender. Stöhnend stellte er fest das er auch morgen wieder volles Programm haben würde. Plötzlich wurde er leichenblass und ihm wurde schwindlig, schnell ließ er sich auf den Stuhl sinken, der zu seinem Glück gleich neben ihm stand, denn sonst wäre er sicherlich auf den harten Boden gefallen weil seine Beine ihm den Dienst versagten. //Scheiße nicht schon wieder...// dachte er mehr als nur etwas gereizt. Seit kurzem hatte er öfter diese Schwächeanfälle und sie wurden immer schlimmer. Bisher waren es nur Schwindelanfälle gewesen die jedes Mal nach ein paar Sekunden vorbei waren aber das ihm jetzt schon die Beine versagten... //Vielleicht sollte ich doch mal zu einem Arzt gehen und das untersuchen lassen aber dafür hab ich gar keine Zeit. Außerdem wird der mir bestimmt nur sagen das ich mich etwas mehr schonen sollte und darauf kann ich gut und gerne verzichten.// überlegte sich Seto. Außerdem hasste er Ärzte.
Doch diesmal war sein Anfall nicht so wie sonst. Ihm wurde übel, kotzübel und seine Hände verkrampften sich in die Lehnen des teuren Stuhls. Er hielt seine Augen zusammengepresst um nicht sehen zu müssen wie das ganze Zimmer um ihn herum rotierte aber viel half das auch nicht. Er spürte es trotzdem, es war ein Gefühl als würde sich alles um ihn drehen. Das schwarze vor seinen Augen wurde immer dunkler und dann fing er plötzlich an Sternchen zu sehen. Er wusste schon gar nicht mehr wo oben und wo unten war als es plötzlich aufhörte, so schnell wie es gekommen war so schnell war es auch wieder verschwunden. Blass und am ganzen Körper zitternd hockte er noch einige Minuten auf dem Stuhl und stützte seinen Kopf auf seinen Armen ab. //Vielleicht wäre ein Arzt diesmal doch ganz gut. Ein Neurologen oder was weiß ich... Aber diese Anfälle müssen aufhören. Das kann doch nicht sein das mein Kreislauf bei jeder Kleinigkeit zusammenbricht...//
Mit zittriger Hand wischte er sich eine verschwitzte braune Haarsträhne aus dem Gesicht und stand zögerlich auf. Langsam und etwas wankend ging er zur Kaffeemaschine und goss sich erst mal einen schönen heißen Kaffee ein, den er dann auch gleich trank. Etwas gestärkt machte er sich auf den Weg zurück in sein Büro aber nach arbeiten war ihm nicht mehr zumute. Stattdessen fuhr er seinen PC herunter, räumte die Akten zur Seite und zog sich seinen langen, weißen Mantel an der seine schmale Hüfte so gekonnt betonte und sicher auch ein Grund war warum ihn viele Frauen aber auch Männer hinterher sahen, was er aber lediglich mit einem verächtlichen Blick abtat. Für Beziehungen war er viel zu misstrauisch und Zeit dafür hatte er ja eh keine. Nachdem er sich seinen Mantel angezogen, seine Fahrer bescheidgegeben hatte das er ihn abholen konnte und sich noch ein paar Unterlagen rausgesucht hatte die er in der Schule durcharbeiten wollte, machte er das Licht aus und verließ sein Büro. Kaum war er unten kam auch schon seine Limousine um die Ecke gefahren und er konnte einsteigen und sich nach hause in die riesige Villa, die er alleine mit seinem Bruder und ein paar Angestellten bewohnte, fahren lassen wo er auch gleich ins Bett stieg und in einen tiefen traumlosen Schlaf fiel.

Der nächste Morgen war ein schöner, sonniger Donnerstagmorgen und pünktlich um halb acht klingelte Setos Wecker um ihn für die Schule zu wecken. Gut das er Donnerstags immer erst ne Freistunde hatte. So konnte er wenigstens am Donnerstag etwas länger schlafen.
Noch müde streckte er sich bevor er aus dem großen Bett krabbelte und auf das Bad zulief. Wie alle Schlafzimmer in der Kaiba Villa hatte auch seines ein eigenes Badezimmer. Schließlich hatte er mehr Geld als er überhaupt ausgeben konnte und da konnte er sich so etwas auch leisten. Selbst der Trakt für die bediensteten war komfortabel eingerichtet wenn auch natürlich nicht ganz so gut wie der Rest des Hauses.
Nach einer schönen kalten Dusche zog er sich an und ging in den Speisesaal wo ihn schon ein reichhaltiges Frühstück erwartete. Aber mehr als das Essen interessierte ihn sein Kaffee und seine Morgenzeitung die auch beide schon bereit standen bzw. lagen. So verschanzte er sich hinter seiner Zeitung, trank genüsslich seinen Kaffee und aß ne Kleinigkeit bevor er wieder seine Limousine vorfahren ließ um sich zur Schule bringen zu lassen.
Dort angekommen wurde er gleich umgerannt. Aber nicht etwa von einer seiner zahlreichen weiblichen Fans sondern von einem schlanken Jungen mit blonden Wuschelhaaren und schokobraunen Augen der einfach in ihn hereingerannt war.
"Joey Wheeler! Du hirnamputierter Idiot! Hast du keine Augen im Kopf?" moserte Seto gleich los. Den wer außer Joey Wheeler würde es schon wagen ihn, Seto Kaiba, über den Haufen zu rennen? Niemand wäre so unverschämt.
Aber anstatt sich zu entschuldigen und Seto hochzuhelfen blieb der erst mal verblüfft und außer Atem von seinem Spurt auf dem großen Firmenchef liegen. "Hast doch selber Schuld! Was versperrst du mir auch den Weg? Guck gefälligst selber wo du hinläufst du Hirni," giftete Joey zurück. Niemand außer ihm besaß die unglaubliche Frechheit Seto Kaiba zu beschimpfen aber Joey und Seto streiteten sich immer wenn sie sich nur sahen. Sie konnten gar nicht anders. Was mitunter ziemlich nervig war, besonders für die Lehrer denn zu allem Übel waren die beiden Streithähne in einer Klasse.
"Komm mir nicht so Köter. Und geh endlich runter von mir." Seto schubste den etwa einen Kopf kleineren Joey von sich runter und stand dann schnell auf. Den Staub von seinen Mantel klopfend starrte er auf den Blondschopf. "Warum bist du überhaupt schon hier? Sag bloß du kommst heute mal pünktlich zum Unterricht?" spottete er weiter.
Joey, der es überhaupt nicht leiden konnte als Köter oder ähnliches beschimpft zu werden, nur weil er nicht so reich war wie Kaiba und von der Strasse kam, knurrte diesen an. "Warum nicht. Ab und zu komm sogar ich pünktlich." Joey stand ebenfalls auf und sah kampfbereit zu Seto hoch.
"Aber nur wenn du dich beeilst. Der Unterricht fängt gleich an," stellte Seto mit einem gelangweilten Blick auf die teure Uhr an seinem Handgelenk fest.
Fast schon panisch griff Joey nach Setos Handgelenk und zerrte ihn hinter sich her zum Klassenraum.
"Hey. Was soll das lass mich gefälligst los," zeterte der Überraschte als er mitgezogen wurde. "Hörst du schlecht? Du sollst mich loslassen."
Doch anscheinend hörte Joey nicht auf sein `Herrchen´. Erst als sie beide atemlos in der Klasse ankamen ließ er Setos Handgelenk los. Als wäre nichts gewesen setzte er sich zu seinen Freunden die ihn überrascht ansahen. Nicht nur das Joey mal pünktlich war was schon ungewohnt genug war, nein er hatte auch noch Seto hinter sich hergeschliffen und sich nicht mal mit ihm gestritten. "Was ist denn los mit euch? Sagt bloß ihr habt euch vertragen?" fragte Tea Gardner seine beste Freundin. Schon seit Jahren wartete sie geduldig darauf das Joey und Seto sich irgendwann mal einstehen würden das sie nicht nur keine Feinde waren sondern auch noch das perfekte Paar! Der Drache und das Hündchen...
"Nein! Keine Ahnung warum ich ihn mitgebracht habe, war nur so ein Reflex oder so, nehme ich an." Joey wusste es wirklich nicht. //Sein Handgelenk ist so verdammt dünn. Ob er genug isst? ... Warum mach ich mir Gedanken über Mister-ich-bin-zu-cool-für-diese-Welt? Das hab ich doch gar nicht nötig...// Aber bevor er sich jetzt darüber Gedanken machen konnte warum er sich über Seto Kaiba, seinen Erzfeind, Gedanken machte kam auch schon der Lehrer in die Klasse und Joey musste sich auf den Unterricht konzentrieren. Seine Versetzung war eh schon extrem gefährdet.
Seto hatte es da schon besser. Nicht nur das seine schulischen Leistungen sowieso überragend waren weil Gozaburo ihn damals so hart geschult hatte. Die Lehrer sagten auch nichts wenn er anstatt mitzuarbeiten seinen Laptop auspackte und lieber seiner richtigen Arbeit nachging anstatt diesen `Kinderkram´ zu lernen wie er sich ausdrückte.
Und genau das machte er auch jetzt. Er holte einige Akten aus der Tasche und fing an sie durchzuarbeiten. Und wie so oft in letzter Zeit huschte Joeys Blick immer wieder zu Seto anstatt aufzupassen was der Lehrer vorne erzählte. Und diesmal war das auch ganz gut so denn ganz plötzlich wurde Seto blass und hielt sich fast krampfhaft an der Tischplatte fest. Erschrocken sprang der Blonde von seinem Stuhl auf und stürzte zu Seto um ihn zu stützen, denn es sah fast so aus als würde er gleich ohnmächtig werden.
Von Joeys Aktion überrascht drehten alle ihre Köpfe zu dem ungleichen Paar und es entstand ein kleiner Tumult in der Klasse. Selbst der Lehrer war zu überrascht um vernünftig zu handeln und schaute nur erschrocken zu. Aber als Seto dann wirklich ohnmächtig wurde befahl er Joey und Tristan ihn sofort ins Krankenzimmer zu bringen wo die Schulärztin in untersuchen würde.
Zusammen schleppten die beide den schlaffen Körper zum Krankenzimmer wo sie ihn auf eines der harten Betten ablegten. Sofort eilte die Schulärztin herbei und untersuchte Seto während Joey ihr schilderte was passiert war. Danach standen Joey und Tristan bang neben dem Bett und sahen zu. Auch wenn sie Seto nicht sonderlich mochten hatten sie schon viel mit ihm erlebt und sorgten sich nun um ihn.
Die Diagnose fiel nicht gut aus. "Wir müssen ihn ins Krankenhaus bringen lassen..." seufzte sie. Dann zeigte sie auf Tristan: "Du gehst nach zurück in die Klasse und sagst dem Lehrer bescheid. Und du..." jetzt zeigte ihr Finger auf Joey. "...Du gehst ins Sekretariat und rufst einen Krankenwagen und sag dem Direktor was passiert ist. Danach gehst auch du sofort zurück ins Klassenzimmer."
Beide Jungen machten sich sofort auf den Weg und erledigten ihre Aufgaben. In der Klasse herrschte gedrückte Stimmung. Seto war zwar nicht besonders beliebt aber er gehörte zu ihnen und es war außerdem ein ungewohntes und beängstigendes Bild den sonst so starken Drachen wie er auch genannt wurde so hilflos zu sehen. Aber der Unterricht musste weitergehen immerhin waren bald die Aufnahmeprüfungen für die Universitäten und bis dahin war noch viel zu tun...

Seto wurde ins Krankenhaus gebracht und noch einmal gründlich untersucht aber heraus kam dabei nicht viel. Er war ins Koma gefallen. Warum und weshalb konnte keiner sagen und auch nicht wann er wieder aufwachen würde.
Jeden Tag saßen sein kleiner Bruder Mokuba und Joey an seinem Bett und warteten auf ein Lebenszeichen, doch es kam nichts. Nur das gleichmäßige heben und senken seines Brustkorbes verriet das er noch lebte und nur schlief. Er wurde künstlich beatmet und auch sonst waren viele verschiedene Instrumente an ihn angeschlossen.
Aber Seto wachte einfach nicht auf, er schlief und er träumte. Die Ärzte waren ratlos, alles was sie machen konnten war ihn am Leben zu erhalten.


Seto träumte.
In seinen Träumen war er ein anderer. Er sah genau so aus wie er immer aussah aber seine Haut war viel dunkler was logisch war, war er doch in seinen Traum ein Ägypter. Aber nicht irgendein Ägypter, natürlich nicht den schließlich war er Seto Kaiba, er war der zweitmächtigste Mann Ägyptens, er war der Hohepriester des Pharaos Atemu. Was ihn aber überraschte war die Tatsache das dieser Pharao genauso aussah wie Yugi Muto der kleine Pimpf der in seiner Klasse ging und der einzige der es wagte ihn beim Duell Monster zu besiegen. Na gut das könnte man noch damit rechtfertigen das er Yugi unbewusst als den stärkeren akzeptiert hatte aber was zum Teufel machte Wheeler in seinem Traum? Wenigstens war der auf dem Platz der ihm zustand. Wheeler war sein Sklave! Und so wie er in seinem Traum einen anderen Namen trug, nämlich Seth, so trug auch Joey einen anderen Namen, seiner war jetzt Jono. Aber das merkwürdigste war ihre Beziehung zueinander...
Er bekam immer wieder kleine Ausschnitte zu sehen aus diesem früheren Leben, denn das es sein früheres Leben war daran zweifelte er nicht mehr. Schon seit Jahren hörte er immer wieder das er der wiedergeborenen Hohepriester eines ominösen Pharaos sein sollte. Bisher hatte er das nicht geglaubt aber dieser Traum war so real...
Mal sah er sich wie er vor dem Pharao kniete, dann in einem Tempel beten, oder mit den Ministern verhandeln. Aber es gab auch andere Szenen, Szenen bei Kämpfen zum Schutz des Pharaos. Und die waren erschreckend: Er sah sich wie er mittels Magie kämpfte, nicht nur das er den Millenniumsstab benutzte dessen Macht er schon während des Battle City Turniers kennengelernt hatte, nein anscheinend war er auch noch ein Magier. Denn er sah sich wie er Feuer einfach aus dem nichts herbeirief... Und er konnte riesige Schwingen aus seinen Rücken wachsen lassen, Schwingen wie sie auch der weiße Drache mit eiskaltem Blick, seine Lieblingskarte, besaß. ´
Aber dann gab es auch wieder ruhigere Szenen, und das beunruhigende an diesen war, das sie immer mit seinem Sklaven Jono, also mit Joey zu tun hatten. Wenn er von Jono träumte spürte er eine ungeahnte Sehnsucht in sich. Als würde seine Seele nach ihm rufen. Er konnte es nicht beschreiben. Er wusste nur das er zurück wollte, zurück zu der Zeit als er in Ägypten gelebt hatte, als er anscheinend glücklich war. Als es noch keinen machtbesessener Stiefvater gegeben hatte der ihn beigebracht hatte das Gefühle ein Zeichen für Schwäche waren und er sie nicht haben durfte. Zurück in einer Zeit als er frei sein durfte, frei der zu sein der er wirklich war.


Ohne es zu merken liefen Seto die Tränen über die Wangen und langsam schlug er die Augen auf. Verwirrt sah er sich um und entdeckte Mokuba aber auch Joey die ihn beide glücklich ansahen.
Während er noch verwirrt im Bett lag und versuchte seine Gedanken zu ordnen stürmte Mokuba sich überglücklich in seine Arme. Seto umarmte seinen weinenden Bruder und drückte ihn an sich. Und auch Joey wischte sich verstohlen ein paar Tränen aus den Augenwinkeln. Alle beide waren sie froh das Seto endlich aufgewacht war.
"Seto! Ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht. Du lagst im Koma. Eine ganze Woche lang. Joey und ich haben uns große Sorgen gemacht. Wir haben die ganze Zeit an deinem Bett gesessen und darauf gewartet das du wieder aufwachst. Und abends ist er mit mir nach hause gegangen und hat mir Gesellschaft geleistet damit ich nicht so alleine bin. Weil du blöden Ärzte haben uns nicht erlaubt hier zu schlafen. Dabei haben die doch Betten satt." Schluchzte der kleiner der beiden Kaiba Brüder.
Überrascht sah der noch immer etwas blasse Joey an. "Du hast dich um Moki gekümmert? Und du hast die ganze zeit an meinen Bett gesessen?"
Verlegen sah Joey zur Seite und nickte: "Klar hab ich das. Mokuba ist mein Freund und ich hab mir Sorgen um dich gemacht. Das ist doch klar wenn du einfach so umfällst und nicht mal die Ärzte wissen was mit dir los ist."
"Danke." Hörte man von Seto. Ein Wort das er sonst nie aussprach, von dem man nicht einmal wusste das er es überhaupt kennt.

Joey besuchte Seto auch weiterhin jeden Tag im Krankenhaus und auch später als er wieder gesund war und hielt ihn mit Vorliebe von der Arbeit ab. Aber seit seinem Traum war es Seto klar das es so nicht weitergehen konnte. Er wollte nicht mehr so leben wie es ihn von Gozaburo eingetrichtert worden war, er wollte leben. Richtig leben, mit allem was so dazugehörte das hieß er wollte auch Freunde und so schlecht war Joey auch gar nicht wenn man ihn erst einmal kannte. Und so wurden die beiden die früher die größten Streithähne waren mit der Zeit die besten Freunde.

Naseda
Katze
icedragon1983
Ich bin nur hier wegen Naseda. Ich liebe ihre FFs und ohne die könnte ich nicht weiterleben.

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